Rehkeule ohne Knochen aus dem Ofen mit Wurzelgemüse

Rehkeule ohne Knochen aus dem Ofen mit Wurzelgemüse

Alber der Metzger empfiehlt…

Saftiger Rehbraten mit Wacholder, Rotwein und geröstetem Wurzelgemüse

Rehkeule ohne Knochen ist ein feines, vergleichsweise mageres Stück Wildfleisch. Anders als Rehschulter oder Rehragout muss sie nicht stundenlang weich geschmort werden. In diesem Rezept wird die Keule im Stück angebraten und anschließend schonend im Ofen gegart. Karotten, Sellerie, Petersilienwurzeln und Schalotten liefern die Grundlage für eine aromatische Wildsauce.

Wacholder, Thymian und ein wenig Preiselbeere unterstreichen den typischen Wildgeschmack. Mit einem Kerntemperaturfühler lässt sich der gewünschte Gargrad zuverlässig kontrollieren.

Rezept-Fakten auf einen Blick

  • Quelle: Alber der Metzger – Metzgerwissen und Rezeptpraxis aus einer Hand.
  • Hauptprodukt: Rehkeule ohne Knochen
  • Fleischart / Produktart: Wildfleisch / Reh
  • Zubereitungsart: Anbraten und schonendes Ofengaren
  • Portionen: 4 Personen

Zutaten für 4 Personen

  • 1,2 kg Rehkeule ohne Knochen, möglichst gleichmäßig gebunden
  • 3 Karotten
  • 2 Petersilienwurzeln
  • 250 g Knollensellerie
  • 4 Schalotten
  • 2 Knoblauchzehen
  • 2 EL Butterschmalz
  • 1 EL neutrales Öl
  • 200 ml trockener Rotwein
  • 350 ml Wildfond
  • 5 Wacholderbeeren, leicht angedrückt
  • 2 Zweige Thymian
  • 1 Zweig Rosmarin
  • 1 Lorbeerblatt
  • 1 TL Preiselbeeren aus dem Glas
  • 1 TL mittelscharfer Senf
  • 1 EL kalte Butter
  • 1–1½ TL Salz
  • ½ TL schwarzer Pfeffer, frisch gemahlen
  • 2 EL gehackte Petersilie

Zubereitung

Rehkeule aus dem Ofen – Schritt für Schritt

  1. Die Rehkeule etwa 20–30 Minuten vor dem Anbraten aus dem Kühlschrank nehmen. Trocken tupfen und auf verbliebene feste Silberhaut prüfen; diese bei Bedarf entfernen. Ist das Stück ungleichmäßig geformt, mit Küchengarn zu einem kompakten Braten binden.
  2. Den Backofen auf 130 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. Karotten, Petersilienwurzeln und Sellerie schälen und in mundgerechte Stücke schneiden. Schalotten halbieren, Knoblauch leicht andrücken.
  3. Die Keule salzen. Butterschmalz in einem ofenfesten Bräter kräftig erhitzen und das Fleisch rundherum insgesamt etwa 5–7 Minuten anbraten. Herausnehmen.
  4. Öl bei Bedarf ergänzen. Das Wurzelgemüse und die Schalotten im Bräter 6–8 Minuten kräftig anrösten. Knoblauch kurz mitrösten.
  5. Mit Rotwein ablöschen und den Bratensatz vom Boden lösen. Den Wein auf etwa die Hälfte reduzieren. Wildfond, Wacholder, Thymian, Rosmarin und Lorbeer hinzufügen.
  6. Die Rehkeule auf einen kleinen Rost über dem Gemüse setzen oder so auf das Gemüse legen, dass sie nicht im Fond liegt. Einen Kerntemperaturfühler mittig in die dickste Stelle stecken. Den Bräter offen in den Ofen stellen.
  7. Bei 130 °C schonend garen. Nach etwa 45–60 Minuten die Kerntemperatur kontrollieren; je nach Dicke und Ausgangstemperatur dauert die Garung oft insgesamt etwa 70–110 Minuten. Die Temperatur ist wichtiger als die Zeit.
  8. Für rosa gegartes Reh die Keule bei etwa 56–58 °C Kerntemperatur herausnehmen; während der Ruhezeit kann die Temperatur noch etwas steigen. Wer das Fleisch stärker gegart bevorzugt, kann sich an etwa 62–65 °C orientieren. Für besonders empfindliche Personen Wildfleisch vollständig durcherhitzen.
  9. Die Rehkeule locker abgedeckt etwa 10–15 Minuten ruhen lassen. Das Gemüse im Bräter auf Bissfestigkeit prüfen. Ist es noch zu fest, ohne Fleisch bei 190 °C weitere 10–15 Minuten garen.
  10. Kräuterzweige, Wacholder und Lorbeer entfernen. Einen Teil des gegarten Wurzelgemüses mit dem Bratensaft fein pürieren oder den Bratensaft durch ein Sieb gießen und auf dem Herd reduzieren. Preiselbeeren und Senf einrühren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken, vom Herd nehmen und kalte Butter unterrühren.
  11. Das Küchengarn entfernen. Die Rehkeule quer zur Faser in dünne Scheiben schneiden, mit Wurzelgemüse und Wildsauce anrichten und mit Petersilie bestreuen.

Profi-Tipps vom Metzger

  • Rehkeule ohne Knochen ist deutlich magerer als viele klassische Schmorstücke. Deshalb nicht nach der Garzeit von Rehschulter oder Ragout zubereiten.
  • Ein gleichmäßig gebundener Braten gart kontrollierbarer als ein flach aufgeklapptes Stück.
  • Beim Anbraten kräftige Röstaromen erzeugen, danach mit niedriger Ofentemperatur weitergaren.
  • Den Kerntemperaturfühler nicht in eine Hohlstelle oder in die Nähe der Bräterwand setzen.
  • Das Fleisch vor dem Aufschneiden ruhen lassen und stets quer zur Faser schneiden.
  • Wacholder sparsam dosieren, damit er den feinen Rehgeschmack nicht überdeckt.

Rehkeulen-Wissen vom Metzger

Tipps für die Rehkeule

  • Die ausgelöste Rehkeule lässt sich als ganzer Braten oder gebundenes Stück zubereiten.
  • Für vier Personen sind etwa 1–1,2 kg ohne Knochen eine gute Orientierung.
  • Die Garzeit hängt besonders von Form und Dicke des Bratens ab.

Fleischkunde

  • Rehkeule stammt aus dem Hinterlauf des Rehs und ist mager, aromatisch und feinfasrig.
  • Ohne Knochen lässt sie sich besonders einfach tranchieren.
  • Für zartes Bratenfleisch ist schonendes Garen bis zum gewünschten Gargrad geeigneter als langes Schmoren; einzelne stärker bindegewebige Muskelpartien können sich anders verhalten.

Ofentemperatur & Kerntemperatur

  • Ofentemperatur: 130 °C Ober-/Unterhitze
  • Garzeit bei 1–1,2 kg: häufig etwa 70–110 Minuten, abhängig von Dicke und Form
  • Rosa: etwa 56–58 °C beim Herausnehmen
  • Stärker gegart: etwa 62–65 °C
  • Ruhezeit: etwa 10–15 Minuten

Wichtig: Die angegebenen rosa Gargrade setzen ein hygienisch einwandfreies, fachgerecht behandeltes Stück Wild voraus. Für Schwangere, kleine Kinder, ältere und immungeschwächte Menschen Wildfleisch vollständig durcherhitzen. Garzeitangaben sind Richtwerte; der Fühler entscheidet.

Beilagen & Getränke

  • geröstetes Wurzelgemüse aus dem Bräter
  • hausgemachte Spätzle
  • Semmelknödel
  • Kartoffelgratin
  • Blaukraut
  • Dazu passen ein nicht zu schwerer Spätburgunder oder eine alkoholfreie Johannisbeerschorle.

Häufige Fragen

Wie viel Rehkeule ohne Knochen braucht man für vier Personen?

Etwa 1–1,2 kg Rehkeule ohne Knochen reichen mit Wurzelgemüse und einer sättigenden Beilage für vier Personen.

Wie lange braucht Rehkeule ohne Knochen im Ofen?

Bei 130 °C benötigt ein etwa 1–1,2 kg schweres Stück häufig 70–110 Minuten. Entscheidend sind die Dicke und die gemessene Kerntemperatur.

Welche Kerntemperatur passt zu Rehkeule?

Für rosa gebratenes Reh sind etwa 56–58 °C beim Herausnehmen eine Orientierung. Wer es stärker gegart möchte, kann etwa 62–65 °C wählen. Für Risikogruppen ist vollständig durchgegartes Wild die sicherere Wahl.

Muss Rehkeule vor dem Braten eingelegt werden?

Nein. Bei frischer, gut vorbereiteter Rehkeule genügt eine zurückhaltende Würzung. Wacholder, Kräuter und Rotwein in der Sauce ergänzen den Wildgeschmack.

Kann man Rehkeule wie Rehschulter lange schmoren?

Die ausgelöste Rehkeule ist in der Regel magerer und zarter. Als Braten im Stück wird sie deshalb besser schonend auf Kerntemperatur gegart, statt mehrere Stunden in Flüssigkeit zu schmoren.

Fazit: Rehkeule ohne Knochen aus dem Ofen mit Wurzelgemüse

Rehkeule ohne Knochen aus dem Ofen mit Wurzelgemüse ist ein feiner Wildbraten für vier Personen. Die Keule wird kräftig angebraten und bei 130 °C schonend gegart. Karotten, Sellerie, Petersilienwurzeln, Rotwein und Wildfond bilden die Grundlage für eine aromatische Sauce mit Wacholder und Preiselbeeren. Wer die Kerntemperatur kontrolliert und das Fleisch nach dem Garen ruhen lässt, erhält einen saftigen Rehbraten mit klassischer Wildbegleitung.