Lammlunge-Geschlinge mit hausgemachter Beilage

Lammlunge-Geschlinge mit hausgemachter Beilage

Alber der Metzger empfiehlt…

Saures Lüngerl vom Lamm – traditionell wie bei Muttern

Ein bayerisches Lüngerl ist ehrliche Hausmannskost: fein geschnittene, vorgegarte Innereien in einer sämigen, leicht säuerlichen Sauce mit Wurzelgemüse, Lorbeer und Majoran. Das Lammlunge-Geschlinge von Alber der Metzger eignet sich für diese traditionelle Zubereitung. Dazu passen selbst gemachte, lockere Semmelknödel, die die würzige Sauce wunderbar aufnehmen.

Das Geschlinge kann je nach Zuschnitt neben Lunge weitere zusammenhängende Teile wie Herz enthalten. Deshalb vor dem Kochen prüfen, welche Teile tatsächlich beiliegen, und feste Röhren, grobe Gefäße und Häute entfernen. Die Sauce wird klassisch mit etwas Essig abgeschmeckt – angenehm säuerlich, nicht scharf.

Rezept-Fakten auf einen Blick

  • Quelle: Alber der Metzger – Metzgerwissen und Rezeptpraxis aus einer Hand.
  • Hauptprodukt: Lammlunge-Geschlinge
  • Fleischart / Produktart: Lamm / Innereien
  • Zubereitungsart: Sanft vorkochen, fein schneiden und in bayerischer Rahm-Essig-Sauce ziehen lassen; Semmelknödel selbst herstellen
  • Portionen: 4 Personen

Zutaten für 4 Personen

  • 1 kg Lammlunge-Geschlinge, roh
  • 3 Karotten
  • 1 Petersilienwurzel
  • 150 g Knollensellerie
  • 2 Zwiebeln
  • 2 Lorbeerblätter
  • 5 schwarze Pfefferkörner
  • 3 Wacholderbeeren
  • 1 TL getrockneter Majoran
  • 2 EL Butter für die Sauce
  • 2 EL Weizenmehl für die Sauce
  • 150 ml Sahne
  • 2–3 EL milder Weißweinessig, nach Geschmack
  • 1 TL mittelscharfer Senf
  • ½ Bund glatte Petersilie
  • 300 g altbackene Semmeln, gewürfelt
  • 200 ml Milch
  • 2 Eier (Größe M)
  • 1 EL Butter für die Knödel
  • 1 kleine Zwiebel für die Knödel
  • 1 Prise frisch geriebene Muskatnuss
  • Salz und frisch gemahlener schwarzer Pfeffer

Zubereitung

Bayerisches Lüngerl und Semmelknödel – Schritt für Schritt

  1. Geschlinge vorbereiten: Das aufgetaute Geschlinge sorgfältig kontrollieren. Grobe Luftröhren, größere Gefäße und harte Häute entfernen; bei mitgeliefertem Herz größere Gefäße und Klappen entfernen. Unter kaltem fließendem Wasser kurz säubern, danach abtropfen lassen. Rohes Geschlinge getrennt von verzehrfertigen Lebensmitteln verarbeiten.
  2. Innereien vorgaren: Zwei Karotten, Petersilienwurzel, Sellerie und eine Zwiebel grob schneiden. Mit dem Geschlinge, Lorbeer, Pfefferkörnern und Wacholder in einen großen Topf geben und mit kaltem Wasser gut bedecken. Langsam erhitzen, aufsteigenden Schaum abschöpfen und bei schwacher Hitze etwa 60–90 Minuten sanft sieden lassen. Je nach enthaltenen Teilen kann es länger dauern: Lunge und gegebenenfalls Herz sollen durchgegart und gut schneidbar sein.
  3. Sud sichern: Geschlinge herausheben und etwas abkühlen lassen. Den Kochsud durch ein feines Sieb gießen und etwa 600 ml davon für die Sauce abmessen. Den Rest bei Bedarf für eine andere Verwendung rasch kühlen.
  4. Fein schneiden: Die gegarten Innereien nochmals auf harte Bestandteile prüfen. Lunge und gegebenenfalls Herz in schmale Streifen schneiden. So entsteht die für bayerisches Lüngerl typische feine Struktur.
  5. Knödelmasse vorbereiten: Die Semmelwürfel in eine Schüssel geben. Milch lauwarm erhitzen und darübergießen. Die kleine Knödelzwiebel fein würfeln, in 1 EL Butter glasig dünsten und dazugeben. Eier, etwas Salz, Pfeffer, Muskat und die Hälfte der fein gehackten Petersilie zufügen. Alles vorsichtig vermengen und 15–20 Minuten quellen lassen. Ist die Masse zu trocken, wenig Milch ergänzen; ist sie sehr weich, kurz weiter quellen lassen.
  6. Sauce ansetzen: Die zweite große Zwiebel fein würfeln, die übrige Karotte sehr klein schneiden. 2 EL Butter in einem Topf zerlassen, beides darin 5–7 Minuten anschwitzen. 2 EL Mehl einrühren und 1–2 Minuten hell anschwitzen, ohne es dunkel werden zu lassen.
  7. Aufgießen: Nach und nach die 600 ml gesiebten Kochsud einrühren, damit keine Klümpchen entstehen. Majoran und Senf zufügen und die Sauce etwa 10 Minuten sanft köcheln lassen.
  8. Lüngerl fertigstellen: Die Innereienstreifen in die Sauce geben und weitere 10–15 Minuten sanft ziehen lassen. Sahne unterrühren. Mit zunächst 2 EL Essig, Salz und Pfeffer abschmecken; bei Bedarf noch etwas Essig ergänzen. Die Sauce soll mild-säuerlich und sämig sein.
  9. Semmelknödel formen: Mit angefeuchteten Händen vier bis acht gleich große Knödel formen. In einem großen Topf Salzwasser zum Sieden bringen, die Hitze reduzieren und die Knödel darin etwa 15–20 Minuten knapp unter dem Siedepunkt ziehen lassen. Sie dürfen nicht sprudelnd kochen. Einen Probeknödel anschneiden: Er muss innen vollständig gestockt sein.
  10. Servieren: Lüngerl nochmals vollständig erhitzen, mit der restlichen Petersilie bestreuen und mit den frisch gegarten Semmelknödeln anrichten.

Profi-Tipps vom Metzger

  • Das Geschlinge wird zunächst im Ganzen sanft vorgekocht und erst danach fein geschnitten. So lässt es sich leichter sauber verarbeiten.
  • Der abgesiebte Kochsud gibt der Sauce ihren typischen Geschmack; grobe Bestandteile und Gewürze bleiben im Sieb zurück.
  • Essig erst gegen Ende zugeben und schrittweise abschmecken. Die traditionelle Sauce soll fein säuerlich bleiben.
  • Die Semmelknödel nur ziehen lassen, nicht sprudelnd kochen – so bleiben sie locker und zerfallen weniger leicht.
  • Geschlinge kann unterschiedlich zusammengesetzt sein. Die Garprobe bei den tatsächlich enthaltenen Teilen durchführen und feste Bestandteile konsequent entfernen.

Lammlunge-Geschlinge-Wissen vom Metzger

Tipps

  • Alber bietet Lammlunge-Geschlinge als Produkt zum Schmoren an; die verfügbaren Einzelstücke können unterschiedlich schwer sein.
  • Für vier Personen werden etwa 900 g bis 1 kg rohes Geschlinge eingeplant. Je nach Zuschnitt und Putzverlust kann die verwendbare Menge variieren.
  • Das traditionelle saure Lüngerl lässt sich gut vorbereiten. Die Semmelknödel am besten frisch garen.

Innereienkunde

  • „Geschlinge“ bezeichnet im Metzgerhandwerk einen zusammenhängenden Innereien-Zuschnitt; die genaue Zusammensetzung ist nicht bei jedem Produkt identisch.
  • Die Lunge besitzt eine schwammige Struktur, Herz dagegen eine festere Muskelstruktur. Beide benötigen ausreichend Garzeit und eine sorgfältige Vorbereitung.
  • Rohes Geschlinge durchgehend gut kühlen und vollständig durchgaren.

Garzeit & Temperatur

  • Geschlinge im Sud: etwa 60–90 Minuten sanft sieden, je nach Größe und enthaltenen Teilen länger
  • Geschnittenes Lüngerl in der Sauce: weitere 10–15 Minuten sanft ziehen lassen und vollständig erhitzen
  • Semmelknödel: etwa 15–20 Minuten knapp unter dem Siedepunkt ziehen lassen
  • Gesamtzeit inklusive Vorbereitung: ungefähr 2–2½ Stunden, gegebenenfalls länger

Wichtig: Die Zeitangaben sind Richtwerte. Alle Innereien müssen vollständig durchgegart sein. Ein enthaltenes Herz kann eine längere Garzeit benötigen als die Lunge; die Konsistenz und vollständige Durcherhitzung sind entscheidend.

Beilagen & Getränke

Hausgemachte Semmelknödel sind die traditionelle Hauptbeilage. Alternativ passen Brezenknödel oder Salzkartoffeln. Dazu schmecken ein helles Bier, alkoholfreies Bier oder Apfelschorle.

Häufige Fragen

Was ist Lammlunge-Geschlinge?

Es handelt sich um einen Innereien-Zuschnitt vom Lamm, bei dem Lunge und je nach Verarbeitung weitere Teile wie Herz zusammenhängen können. Vor der Zubereitung sollte die tatsächliche Zusammensetzung geprüft werden.

Wie bereitet man Lammlunge traditionell bayerisch zu?

Für saures Lüngerl werden die Innereien sanft vorgekocht, fein geschnitten und anschließend in einer sämigen, leicht säuerlichen Sauce mit Wurzelgemüse, Gewürzen und etwas Sahne serviert.

Welche Beilage passt zu saurem Lüngerl?

Hausgemachte Semmelknödel sind der bayerische Klassiker. Sie nehmen die würzige Sauce besonders gut auf.

Wie lange muss Lammlunge-Geschlinge kochen?

Für das sanfte Vorkochen sind etwa 60–90 Minuten ein Richtwert. Je nach Größe und enthaltenen Innereien kann es länger dauern. Anschließend ziehen die fein geschnittenen Teile nochmals in der Sauce.

Kann man bayerisches Lüngerl vorbereiten?

Ja. Das Lüngerl lässt sich am Vortag zubereiten, muss danach rasch gekühlt und vor dem Servieren vollständig wiedererhitzt werden. Die Semmelknödel schmecken frisch besonders gut.

Fazit: Lammlunge-Geschlinge bayerischer Art mit Semmelknödeln

Lammlunge-Geschlinge bayerischer Art mit hausgemachten Semmelknödeln ist ein traditionelles Gericht wie bei Muttern. Das sorgfältig vorbereitete Geschlinge wird sanft vorgekocht, fein geschnitten und in einer sämigen Sauce mit Wurzelgemüse, Majoran, Sahne und einem Schuss Essig serviert. Frische Semmelknödel machen daraus eine herzhafte bayerische Mahlzeit für vier Personen.